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Die Welt der Kakaobohne Teil 1

Ein Artikel über „Die Welt der Kakaobohne“

Der berühmte Alexander von Humboldt (1769 – 1859) soll über die Kakaobohne gesagt haben:

„Kein zweites Mal hat die Natur eine solche Fülle der wertvollsten Nährstoffe auf einem so kleinen Raum zusammengedrängt wie gerade bei der Kakaobohne.“

Doch woher stammen diese leckeren Kerne und welche Kraft tragen sie in sich? Mit diesem Artikel möchte ich ein wenig in die Welt der Kakaobohne eintauschen.

Die Geschichte der Kakaobohne

Heute wird Kakao in mehr als 30 Entwicklungsländern angebaut und weist eine Geschichte auf, die mehr als ereignisreich ist. Schon vor vielen Hundert Jahren nutzten die Menschen die Bohne der Kakaofrucht nicht nur, um daraus ein Getränk herzustellen, sondern auch als Zahlungsmittel.

Wo kommt die Bohne her?

Bereits in der Olmeken-Zivilisation begann die Geschichte der Kakaobohne und das ist bereits über 3.500 Jahre her. Das Wissen darüber, dass diese Zivilisation über die Kakaobohne hatte, ging an die Maya und Azteken über. Sie waren es, die diese „mächtige“ Pflanze dann zu einem Getränk verarbeiteten, das sehr nährstoffhaltig war. Auf die aufbauende Wirkung von Kakao wird schon in vielen historischen Texten hingewiesen, besonders in Bezug auf die Muskelkraft sowie die Energie spendenden Eigenschaften.

Mit unserer heutigen Zubereitungsform des Kakaos hat die damalige allerdings fast gar nichts zu tun. Denn die Azteken mischten die Kakaobohnen, nachdem sie gemahlen und geröstet waren mit Wasser. Das Ganze rührten sie dann schaumig und gaben dem Getränk zudem noch Vanille und Pfeffer hinzu. Der Name, den dieses Getränk trug entspricht, seinem Geschmack „Xocoatl“, was so viel bedeutet wie „bitteres Wasser“. Allerdings durften dieses Getränk nur die Priester, Adeligen und Krieger zu sich nehmen, denn einer Sage nach, ist die Kakaobohne von dem gefiederten Gott des Windes selbst gebracht worden.

Die Kakaobohne kommt nach Europa

Sicherlich könnte man jetzt denken, dass es der italienische Seefahrer Christoph Columbus war, der die Kakaobohne mit nach Europa brachte. Doch das ist falsch, denn als er unter spanischer Flagge im Jahre 1492 Amerika entdeckte, kam er mit dieser noch nicht in Berührung. Selbst auf seiner letzten Entdeckungsreise schenkte er dieser keine Beachtung, obwohl er es war, der 1502 das erste Mal die Kakaobohne sah. Es war letztendlich der spanische Konquistador Hernán Cortés, der im Jahr 1521 die Azteken besiegte und die Kakaobohne weiterhin als Zahlungsmittel gelten ließ. Zuerst sträubten sich die Eroberer den Kakao zu trinken, doch als Zuckerrohr dem Getränk hinzugefügt wurde, verfielen sie diesem exotischen Getränk. Der Kakao wurde dann im 17. Jahrhundert als spanisches Nationalgetränk gefeiert und von Spanien aus setzte er seinen Siegeszug fort über Frankreich, Italien und ganz Europa. Allerdings war dieses anregende Getränk auch in Europa zuerst nur dem europäischen Adel vorbehalten.

Der Kakao setzt sich in Europa durch

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte sich der Kakao auch als bürgerliches Getränk durchsetzen, denn technische Neuerungen machten es möglich, die Kakaobohne industriell zu verarbeiten. 1828 gelang es dem Niederländer Coenraad J. van Houten erstmalig, das Fett aus den Kakaobohnen mittels einer hydraulischen Presse zu pressen und mithilfe der Feinvermahlung Kakaopulver herzustellen.

1847 kam die erste Tafel Schokolade auf dem Markt, die das englische Unternehmen Fry & Sons produzierte.

Die Eigenschaften der Kakaobohne

Aus den Kakaobohnen wird Schokolade hergestellt, doch in den rohen, ungerösteten Kakaobohnen finden sich eine Vielzahl von Inhaltsstoffen und Faktoren, die man auf jeden Fall einmal näher betrachten sollte. Das können neben den antioxidantischen Eigenschaften auch die Mineralstoffe sein, welche in den Bohnen ebenfalls reichlich enthalten sind. Doch auch der gesamte gesundheitliche und der seelische Nutzen sind bemerkenswert, dass die kleinen Bohnen wie Energiekraftwerke zu betrachten sind.

Bei rohem Kakao handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um ein „Wunder“ Nahrungsmittel, dass die Natur uns liefert. Wobei hier betont werden muss, dass das nur in der rohen Form so ist. Der Röst- und Verarbeitungsprozess der Kakaobohnen zerstört nämlich eine Vielzahl der folgenden Inhaltsstoffe oft komplett.

Über folgende Zusammensetzung verfügen die fermentierten, luftgetrockneten Kakaobohnen:

54,0 % Fette (Kakaobutter)

11,5 % Proteine (Eiweiße)

9.0 % Zellulose

7.5 % Stärke und Pentosane

6.0 % Gerbstoffe und farbgebende Bestandteile

5.0 % Wasser

2,5 % Mineralstoffe und Salze

2.0 % organische Säuren und Geschmacksstoffe

1,2 % Theobromin

1,0 % verschiedene Zucker

0,2 % Koffein

 

Magnesium:

Auf der ganzen Welt ist roher Kakao von allen Nahrungsmitteln die beste Quelle für Magnesium. Bei Magnesium handelt es sich um einen wichtigen alkalischen Mineralstoff, der wichtig ist für unsere Knochen, das Herz, das Gehirn und der auch hilfreich ist bei Verstopfung. Durch Magnesium wird die Gehirnchemie ausbalanciert und es hilft dabei, dass wir uns „gut und glücklich“ fühlen. Bei Magnesium handelt es sich um einen der am meist benötigten Mineralstoffe der Erdbevölkerung. Somit ist die Kakaobohne ein gutes Hilfsmittel, den Magnesiumhaushalt auszubalancieren.

Eisen:

Roher Kakao ist die höchste pflanzliche Eisenquelle weltweit. Eine rohe Kakaobohne enthält 7,3 mg Eisen pro 100 g. Im Vergleich dazu enthalten Rind- und Lammfleisch pro 100 g 2,5 mg und Spinat 3,6 mg. Damit die maximale Wirkung ausgeschöpft werden kann, sollte roher Kakao in Kombination mit anderen Lebensmitteln verzehrt werden, die Vitamin-C-haltig sind. Dazu eignen sich hervorragend Orangen, Kiwis, Paprika oder die Camu Camu Beere. Die Kakaobohnen enthalten organisch gebundenes Eisen, das leicht für den Körper assimilierbar ist. Bei Eisen handelt es sich um ein kritisches und schwer verfügbares Mineral im Bezug auf die Durchschnittsernährung. Eben dass macht die Kakaobohnen nicht nur für Vegetarier so interessant. In 30 g Kakaobohnen sind mehr als 314 % des Eisenbedarfs, den ein Mensch täglich benötigt, enthalten.

 Vitamin C:

Die Kakaobohne oder der rohe Kakao beinhaltet eine sehr große Menge an Vitamin C.

Anandamide:

Die auch als Glückshormon bezeichneten Anandamide sind eine Endorphinart, die normalerweise vom Körper nach einer intensiven körperlichen Tätigkeit zur Verfügung gestellt werden. Diese Anandamide kann man nur in einer einzigen Pflanze auf der Welt finden: in der Kakaobohne bzw. im rohen Kakao. Anandamit heißt soviel wie Glückshormon, denn wenn es vom Körper hergestellt wird, dann fühlen wir uns gut. Zudem beinhaltet die Kakaobohne auch andere Stoffe, welche den Abbau dieser „Glückshormone“ verhindern. Das bedeutet, dass dieser Stoff länger im Blut zirkuliert und das Resultat davon, wir fühlen uns länger wohl.

Zink:

Zink ist ein essentielles Spurenelement, das eine wichtige Rolle im menschlichen Körper spielt für das Immunsystem, die Leber, die Haut und die Bauchspeicheldrüse. Zudem ist Zink auch beteiligt an der Aktivierung von Tausenden Enzymreaktionen des Körpers.

 

Und…

…wie bereits erwähnt ist Kakao einer der hochwertigsten und vitalstoffreichsten sowie komplexesten Nahrungsmittel, die dem Menschen zur Verfügung stehen. Die Kakaobohnen sind die Nummer eins, wenn es darum geht, dem Körper Magnesium, Eisen und Chromium zuzuführen. Auch wirkt sich der rohe Kakao positiv auf das Blut sowie den Knochenbau aus, er reguliert das Wachstum der Zellen und verfügt über eine positive stimmungsaufhellende Wirkung.

Allerdings kann die Kakaobohne ihre volle Wirkung nur in roher Form entfalten, was bedeutet, dass sie nicht über 42 Grad Celsius erhitzt werden darf. Genau das ist bei den marktüblichen Verarbeitungsprozessen allerdings der Fall, denn hier werden die Kakaobohnen auf über 130 Grad Celsius erhitzt. Zudem wird die positive und heilende Wirkung der Kakaobohnen durch Milch und Zucker zerstört, die ihnen hinzugefügt werden. Studien haben bereits bewiesen, dass durch die Milch die Aufnahme der wertvollen Antioxidantien blockiert wird und dabei verfügen die Kakaobohnen über mehr Antioxidantien als kein anderes Lebensmittel auf der Welt. Daher sollte Kakao am besten roh verzehrt werden, das heißt ohne Zusatz von Zucker oder Milch.

 

Ende Artikel-Teil 1

 

Zum Schluss…

 

Kakao-Rezept: Azteken-Kakao

 

Zutaten:

1 Esslöffel Bio Kakaobohnen (roh)

3 Datteln (ohne Steine)

1 Prise Vanille

Option: Cayennepfeffer (wer es ein wenig scharf mag)

 

Zubereitung:

Kakaobohnen, Datteln (ohne Steine) und Vanille in einem Mixer fein mahlen. Anschließend warmes Wasser dazugeben (1 gute Tasse) und nochmals gut durchmixen. Fertig

 

Bildquelle: www.shutterstock.com (successo images)


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